Buchtipp – It´s Gintime…

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Wir müssen zugeben auf dem deutschsprachigen Markt existieren bisher kaum Bücher über Gin. Mit dem Buch „It´s Gintime“ soll sich das ändern. Der DK Verlag aus Bielefeld brachte dieses Jahr das Werk von Jonas/Kaffer/Schulze Lohoff in den Buchhandel. Dabei war es nur eine Frage der Zeit bis sich jemand der Thematik annahm. Gin ist In und den Wissensdurst der Liebhaber will man u.a. mit dem Buch stillen.

So beschreibt sich das Buch selbst:

Einfach ginial

Djinn – im arabischen Märchen ist das ein Flaschengeist. Er ist der treue Nothelfer von Aladin. Auch Queen Mum aus England hatte einen treuen Flaschengeist, der spricht sich genauso, nur schreibt er sich anders. Entfaltet hat er sich zum Kultgetränk für Genießer: Gin

„It’s Gintime“ lautet das Motto eines buchstäblich köstlichen Buches aus dem Delius Klasing Verlag. Die Herausgeber Melanie Jonas (Idee), Jürgen Kaffer (Grafik), Margitta Schulze Lohoff (Text) im Verbund mit Gabor Ekecs als ausdrucksvoller Fotograf bieten in dem reizvoll gestalteten Band allerhand Wissenswertes und Dichterisches zum Gin.

Was die Rezepte angeht, so reicht das Spektrum vom Klassiker (mit Tonic) zu raffinierten Cocktail-Kreationen mit Holunder und Hibiskus. Auf jeden Fall gilt: Dienst ist Dienst, aber Gin ist nicht gleich Gin – zu verschieden sind die Mitglieder der vorgestellten Großfamilie. Klargestellt wird: Ein guter Drink braucht das richtige Gefäß, typgerecht sind dies Collins, Highball, Flute, Short etc. Nicht zuletzt aber kommt es auf die gute Gelegenheit an. Und so sind auch die Kapitel des Buches aufgegliedert in Sunset, Dusk, Midnight und Dawn.

 „Gin ist eine meist farblose Spirituose mit Wacholder“, heißt es bei Wikipedia. Ein Satz wie ein Bikini, der das Essentielle verdeckt. Das Eigentliche beim Gin ist sein gewisses Etwas, seine subtile Mixtur aus Poesie und Esprit, Verführung und Übermut. Diesen ganz besonde-ren Flaschengeist beschwören die kleinen Geschichten herauf, neckische Texte, ein witziges Gedicht, intime Plaudereien wie in einer lauschigen Sommernacht am Strand. Und was gar nicht fehlen darf: eine Laudatio auf Queen Mum, eine Verbeugung vor Ian Fleming, eine Reminiszenz an „African Queen“. Und weil Gin nun mal keine Limo ist, klärt ein Arzt über die Wirkungsweise auf. Selten wurde eine Diagnose humorvoller dargestellt. Gin ist verführerisch. Besser noch – er macht verführerisch. Doch wer es übertreibt, erlebt statt Liebesrausch nur Vollrausch. Merke: Die Dosis macht das Gift. Na, dann: Prost!

Melanie Jonas / Jürgen Kaffer / Margitta Schulze Lohoff – „It’s Gintime“

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Dabei ist das Softcoverbuch von guter Qualität, mit Lesezeichen und gutem Papier, sowie einwandfreiem Druck. Die Illustrationen verzichten komplett auf Hochglanz. Leider werden die zahlreich vorgestellen Gins nur in s/w abgebildet. Hier werden natürlich die tlw. auch farblich interessant gestalteten Flaschen nicht in Ihrer ganzen Pracht gezeigt. Dafür gibt´s eine Menge an Lifestyle-Fotografie, welche gut aussieht, in Summe aber überflüssig ist.

Das Buch ist in vier Hauptkapitel aufgeteilt. Sunset, Dusk, Midnight und Dawn. Der allgemeine Schreibstil des Buches gefällt uns gut. Die vielen direkten Gespräche lesen sich locker und fast wie in einem unterhaltsamen Roman. Dabei gibt es einiges an Hintergrundinformationen zu den Gins, aber auch zu den vielen Marken und Herstellern. Sehr interessant waren die Interviews mit den Destillateuren und die Infos zum Thema Degustation, auch einige Barkeeper und Mixologen kommen zu Wort.

Die wichtigsten Gin´s der Welt werden in Summe besprochen, Tonics vorgestellt, einige tolle Rezepte verraten. Für den Gin-Einsteiger dürfte dieses Buch mehr als geeignet sein und ihn für seinen nächsten Bar-Besuch einiges an Insiderwissen mitgeben. Aber auch für erfahrene Gin-Freunde gibt das Werk noch eine Menge an interessanten Informationen preis. Sympathisch fanden wir die Vorstellung des „Lippischen Schützen“ (Wacholder) der wie der Verlag aus Ostwestfalen Lippe kommt und von der Brennerei Schöttker aus Lemgo destilliert wird.

Ein Sache im Buch ist uns allerdings aufgefallen. Queen Mum trank meistens Gordon´s, ob der Beefeater ihr Lieblingsgin war, können wir Sie allerdings nicht fragen. In Summe gibt´s von uns nicht viel Kritik. Vielleicht hätte man sich die Illustrationen mit den Fotos sparen können und durchaus noch ein paar mehr Produkte vorstellen können. Detaillierte Infos zu den einzelnen Brennverfahren fehlen ebenso wie Infos zu erwähnenswerten Tonic Konzentraten und Sirups. Doch ändert sich der Markt wie von den Autoren anfangs im Buch erwähnt tagtäglich.

Deutsche Version
Fazit:
lesenswertes und attraktiv gestaltetes Buch über Gin mit interessanten Hintergrundinformationen und guter Ginauswahl. Ein bisschen weniger Lifestyle hätte dem Buch allerdings nicht geschadet.

english version
Rating: readable and attractively designed book on gin with interesting background information and good Ginauswahl. A little less lifestyle would, however, not hurt the book.

Weitere Informationen zum Buch:

144 Seiten, 46 Farbfotos, 37 S/W-Fotos, 6 S/W Abbildungen, Format 18 x 29 cm, flexibel gebunden, Euro (D) 19,90 / Euro (A) 20,50 / sFr 28,90 (ISBN 978-3-7688-3780-4), Delius Klasing Verlag „Edition Delius“, Bielefeld

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